Zwischenbericht: Daci Royal

Wow, zum ersten Mal in diesem Projekt habe ich es geschafft, den Film vor Ende einer Woche voll zu bekommen. Nachher geht er direkt in die Entwicklung.

Noch mal zur Rekapitulation: Im Einsatz habe ich die Boxkamera Daci Royal von etwa 1950. Darin befand sich bereits ein Film, wie sich herausstellte. Der Film war der Rollei RPX 400, so dass ich eigentlich halbwegs vernünftige Ergebnisse erwarte.

daci-brilliantsucherDas Fotografieren mit der Kamera macht einfach Spaß, denn der Verschluss klingt toll. Dazu ist die Kamera super handlich. Aber ich muss auch zugeben: Nicht alle Bilder habe ich gemacht. Freunde und Kollegen war einfach heiß darauf mit diesem kleinen Schmuckstück zu spielen. Mit dieser Motivation habe ich die Kamera auch direkt mit einem weiteren Film bestückt. Dem Lomography XPro Slide 200. Wie der Name sagt, ist das ein Film mit einer ISO 200. Außerdem handelt es sich um einen Farbnegativfilm. Ich erhoffe mir dabei tolle Bilder mit den typischen Lomo-Farbeffekten und einer interessanten Vignette.

Zum Film einlegen beötigt man übrigens Geduld und viel Fingerspitzengefühl. Es hat fast 30 Minuten gedauert, bis die Spule den Film auch wirklich aufgenommen hat. Die Lasche verhakt sich leider nicht wie erhofft und rutschte immer heraus. Also mit sauberen Fingern den Film andrücken und ganz ganz zärtlich an der Spule drehen. Dann sitzt der Film und auch hoffentlich stramm genug, um beim Herausnehmen nicht belichtet zu werden. (Das Problem habe ich nämlich leider immer wieder mit der Diana F+).

Woche 4: Dacora Daci Royal

Woche vier startet wieder mit einer Mittelformatkamera. Die Daci Royal war einer meiner ersten Flohmarktfunde. Für fünf Euro gehörte sie mir. Die Daci ist eine kleine Boxkamera, die es in mehreren Arten gibt. Zum Einen gibt es die Daci in weiteren Farben wie grün und rot, außerdem gibt es Versionen mit Blitzanschluss und ohne, so wie meine. Das royale an der Kamera ist die einstellbare Entfernung von 1,5m – ∞.

An der Daci mag ich vor Allem das boxige und den kleinen Griff auf der Oberseite, die sie eher wie eine Handtasche wirken lassen, als wie eine Kamera. Die Bedienung ist denkbar simpel, dabei aber trotzdem nicht ganz einfach. Auf der rechten Seite kann die Verschlusszeit über einen kleinen Hebel gewählt werden. Daran stehen „M“ und „Z“. Bis vor Kurzem dachte ich, dass der Vorbesitzer die Buchstaben rangekritzelt hat, aber die Google Bildersuche zeigt, das soll so handschriftlich aussehen. Ich musste grad erst mal schauen, wofür die Buchstaben stehen, aber natürlich ist das vollkommen logisch: M(omentaufnahme 1/40) und Z(eitnaufnahme Bulbmodus).

daci-royal-backAuf der Rückseite ist, wie bei den meisten Mittelformatkameras, die ich kenne, ein rotes Fenster um die Bildnummer anzuzeigen. Dies sollte man beim Fotografieren besser schließen, um die Zahl nachher nicht auch auf dem Bild zu haben.

Der Verschluss beim Auslösen klingt herrlich mechanisch, habe ich erwähnt, wie sehr ich diese Geräusche liebe? Man hört auch im M-Modus das Öffnen und Schließen.

Auch in der Kamera war bereits ein Film drin. Welcher wird sich dann wohl noch herausstellen, aber ich vermute, dass er seit 5 Jahren in der Kamera ist und für einen Besuch auf einem Floh- und Rockabillymarkt eingelegt wurde. 2 Bilder sind schon belichtet, nun folgt der Rest.

Meine größte Herausforderung für die ersten Bilder war, herauszufinden, wie ich mit dem sogenannten Brilliantsucher etwas sehen kann. Wie man es so kennt, war ich anfangs sehr nah mit dem Auge am Sucher. Das brachte rein garnichts. Wenn man aber die Daci hält wie eine TLR-Kamera, also mittig vor der Brust, wird das Bild auch plötzlich scharf. Um Objekte, die sich nicht auf dieser Höhe befinden zu fotografieren muss man sich also mit der Kamera vor- oder zurückbeugen, was für eventuell Anwesender sicher lustig aussieht.

Ich bin in die kleine Daci schon jetzt verliebt. Die Größe, das Geräusch und auch die Handhabung sind einfach so außergewöhnlich in meiner Sammlung, dass sie einen Ehrenplatz verdient hat.

Die ersten Ergebnisse sind da

Hurra, hurra, die ersten zwei Filme habe ich am Wochenende abholen können. Somit kann ich euch spannende Einblicke in die Ergebnisse von Woche 1 und Woche 2 versprechen.

Ich habe die Filme bei Rossman abgegeben und Abzüge im Format 9×13 ausgewöhlt. Interessanterweise sah sich das Labor jedoch nicht in der Lage beide Rollfilme im gleichen Format zur Verfügung zu stellen. Der Kodak Porta 400, den ich in der Diana F+ verwendet habe wurde mir daher im Format 10×15 entwickelt. Preislich hat die Entwicklung für den Film aus der Zeiss Ikon 4,53 € und für die Diana F+ 3,16 € gekostet. Da wirkt sich dann die Unterscheidung von Schwarz weiß zu bunt wohl doch preislich aus.

Im Beitragsbild sieht man schon ein wenig der Ergebnisse und ohne spoilern zu wollen, kann ich euch schon mal mitteilen: Meine Ergebnisse der Zeiss Ikon Ikonta sind leider komplett enttäuschend. Ich hoffe in dieser Woche einige Negative mit dem Lomoscanner digitalisieren zu können, um sie euch, bestückt mit Erläuterungen präsentieren zu können. Heute gebe ich den Pocektfilm aus der Agfamatic 4008 ab und bin da sehr gespannt, was ich da „fabriziert“ habe.

Rückblick auf Woche 2

Auweia. Ich habe mich letzte Woche definitiv nicht mit Intelligenz bekleckert. Frohen Mutes habe ich den ersten Rollfilm bei DM abgegeben, um ihn entwickeln zu lassen.
Zwei Tage später räume ich meine Tasche aus und stelle fest: Ich habe nicht den belichteten Film abgegeben, sondern den unbelichteten Rollfilm von Rollei. Nun ja, schade um das Geld. Abholen werde ich den entwickelten Film allerdings nicht.

In meiner Diana F+-Woche habe ich viel zu wenig Bilder gemacht. Nur am Donnerstag bin ich durch die Stadt gefahren, die Sonne schien und ich habe den Film verknipst, der bereits in der Kamera war.

Was war das denn jetzt für ein Film? In der Diana F+ war ein Negativfilm von Kodak, Iso 100. Ich habe damit 12 Fotos gemacht. Da ich mir dachte, dass die ISO nicht sehr hoch ist, habe ich fröhlich mit Mehrfachbelichtungen gespielt und hoffe auf spannende Ergebnisse.

diana-blendeWie war denn jetzt meine Woche mit der Diana? Richtig warm werde ich mit ihr nicht. Da sie nur aus Plastik besteht, wirkt sie mehr wie ein Spielzeug und nicht wie eine echte Kamera. Auch die Einstellungen zur Blende und Entfernung helfen nicht, sich damit auch nur annähernd seriös zu fühlen. Die Blende wird unten am Objektiv eingestellt. Man hat dort die Wahl zwischen „Sonne (f16)“, „Sonne und Wolken (f11)“, „Wolken (f8)“ und „P(inhole)“. Pinhole habe ich allerdings nicht getestet. Dafür muss man nur das Objektiv abnehmen und kann somit direkt belichten.

Wenn man sich die Zubehörmöglichkeiten der Diana F+-Familie ansieht, wird schnell klar, warum sie dann doch irgendwie interessant ist. Lomography bietet diverse Kits, Edititionen und sonstige Spielereien für die Dianas an. Das meiste davon nutze ich aber nicht. Ich habe den zugehörigen Blitz inklusive Blitzfolien und auch den Splitzer zuhause. Mit dem Splitzer ist es möglich nur Teile des Bildes zu belichten, um dann spannendere Doppelbelichtungen zu fotografieren.

Spannend finde ich die Aufsätze für weitere Filmformate, wie das 35mm-Back. Nicht nur kann man dann einfach das Kleinbild verwenden, sondern man hat einen Sprocket-Effekt, da die Löcher mit belichtet werden. Neben dem Filmformat ist auch das Objektiv austauschbar. So kann sich jeder die Diana so gestalten, wie er sich wohlfühlt.

Für Reisen ist die Diana sicher ein toller Begleiter. Man hat Zeit zu experimentieren und sie wiegt so gut wie nichts, so dass sie das Gepäck nicht noch mehr belastet. Das Aufziehen des Films ist jedoch mit dem Rad etwas mühselig und dauert mal etwa 3x so lang, wie dann das Bild zu machen. Zudem ist die Kamera dabei so unendlich laut, dass sie Passanten im Umkreis von 10 Metern umdrehen und sich fragen, was man da treibt.

Ich bin sehr gespannt, ob meine Bilder aus der zweiten Woche annähernd so spannend werden wie meine ersten Bilder mit der Diana. Denn eines ist die Kamera in keinem Fall: Zuverlässig. Vielleicht ist das nur bei mir so, aber aufgrund der Einfachheit der Konstruktion und der diversen Möglichkeiten zu Belichten kann einfach eine Menge daneben gehen.

Woche 2: Diana F+ Mr. Pink-Edition

Wer mich kennt, weiß, warum ausgerechnet diese Kamera in meinem Besitz ist. Sie ist pink. Also richtig pink, nicht rosa oder violett, sondern knalliges Pink. Als ich die Kamera etwa in 2010 kaufte, gehörte ich nicht so zu den Menschen, die farbenfroh hervorstachen. Doch mit der Kamera änderte sich das. Heute habe ich ziemlich viele pinke Sachen, trage viele bunte und auffällige Accessoires und die Diana fällt bei mir schon gar nicht mehr auf.

Die Diana F+ war meine erste analoge Kamera. Ich wurde bei einem Barcamp mit dem Lomography-Fieber angesteckt, dass dann in der Sammelleidenschaft ausartete, die diesem Projekt zugrunde liegt.

Auch bei dieser Kamera handelt es sich um eine Mittelformat-Kamera. Auf der Rückseite sieht man de Filmnummern. Dabei kann man selbst wählen, ob man 12 oder 16 Aufnahmen macht. Es gibt eine entsprechende Maske, die vor dem Film eingelegt wird, um die Größe der Bilder einzustellen.

diana-f-back.jpgSchon in der zweiten Woche des Projekts muss ich ein „Blind“-Experiment machen. Denn es war bereits ein Film in der Kamera. Nun weiß ich auch nicht, ob ich eine Maske für 16 Aufnahmen drin hab, oder nicht. Naja, wenn es hart auf hart kommt, ergibt das bestimmt tolle Effekte.

Heute scheint auch zum ersten Mal seit Tagen wieder die Sonne, also bin ich direkt auf die Büroterasse gestürmt und habe los geknipst. Was mir bei der Diana ständig passiert: Mehrfach-Belichtungen. Bis zur Vierfachbelichtung habe ich es in früheren Touren schon geschafft.

Die Diana habe ich eine Zeit lang oft verwendet. Doch als ich begann mir Gedanken über die Bilder zu machen, wurden diese immer schlechter und waren nicht mal mehr als „Kunst“ zu gebrauchen, sondern nur als Müllunterlage. Mal sehen, wie es jetzt klappt, nachdem ich sie einige Jahre in Ruhe gelassen habe.

Meine besten Bilder zur Diana findet man übrigens auch in meinem Lomo-Home!

 

Zwischenbericht: Zeiss Ikon Ikonta

Ach ja, das Wetter. Aktuell ist es grau, stürmisch und nass. Also keine guten Bedingungen, um mit meinem Oldtimer auf Tour zu gehen. Ich hoffe dennoch, dass ich mein Ziel, 2 Filme zu verwenden noch erreichen kann.

Dennoch kann ich schon erste Eindrücke melden und mich mal etwas im Fachsimpeln versuchen.

Kurz zu den Fakten:

  • Kamera: Zeiss Ikon Ikonta 521/16
  • Objektiv: Prontor-S 1:3,5, Brennweite 75mm
  • Film: Rollfilm schwarz &weiß ASA 200
  • Bildformat 6 x 6 cm

Um die Kamera zu verwenden, gibt es links neben dem Suche einen kleinen Verschluss. Beim Betätigen springt der Sucher auf und löst den Riegel für den Balg. Nun kann man am Balg Belichtungszeit, Blende und Entfernung einstellen. Durch den fehlenden Belichtungsmesser ist das alles eher eine Gefühlssache, ebenso wie die Entfernung zu schätzen.

Um ein Bild machen zu können, muss der Verschluss am Objektiv aufgezogen werden. Die Zeiss Ikon Ikonta hat einen Schutz vor Doppelbelichtungen, was bei Rollfilmkameras eher selten ist. Daher muss der Film aufgezogen werden, bis man ein leises Klicken hört, oder neben der Spule ein roter Punkt erscheint.

Rückansicht Zeiss Ikon Ikonta

Bei den ersten Fotos habe ich Hoch- und Querformate versucht und wer gut aufgepasst hat, wird festellen, dass das ziemlich dumm ist, da das Bildformat quadratisch ist. Aber ich lerne ja auch dazu.

Bei der Ikonta braucht man die Sicht auf den Rollfilm auf der Rückseite der Kamera eigentlich nicht. Durch die Doppelbelichtungssperre macht das die Kamera schon fast automatisch.

Mir fällt es sehr schwer Einschätzungen über die zu erwartenden Bilder zu machen. Meist habe ich mit einer Blende von 5,6 oder 8 gearbeitet. Ob das reicht, werde ich nächste Woche festellen. Dazu aber noch ein paar schlaue Sprüche aus meiner Schulzeit:

Sonne lacht – Blende 8

Je größer die Blendenzahl, desto kleiner die Blende

Aber was habe ich nun eigentlich so fotografiert? Mit kindlicher Naivität einfach mal alles, was nicht schnell genug weglaufen konnte. Die Aussicht von der Büroterrasse, das Bürogebäude nebenan, die gelben Tulpen meines Kollegen, Freunde im Pub. Also schon etwas abwechslungsreich und mit der Hoffnung, dass zumindest 1/3 der Bilder etwas wird.

Woche 1: Zeiss Ikon Ikonta

Das Projekt startet mit einer Kamera, die ich vor mehreren Jahren gegen eine Spende von Bekannten bekam: Die Zeiss Ikon Ikonta 521/16.

Bei dieser Kamera handelt es sich um eine Rollfilmkamera mit Balgenobjektiv. Der Sucher liegt auf der Kamera, daher muss beim Fotografieren ein kleiner Abstand einberechnet werden, wenn man einen Teil des Motivs nicht abschneiden will. Die Entfernungsmessung findet am Objektiv statt und wird nicht über den Sucher interpretiert. Dementsprechend gespannt bin ich, wie gut ich in Entfernungen schätzen bin.

Tag 1

Die Kamera ist sehr aufregend. Es dauerte bereits 2 Minuten, bis ich das Balgobjektiv öffnen konnte. Dafür gibt es neben dem Sucher einen kleinen Knopf. Wird dieser betätigt springt der Sucher auf und der Verschluss öffnet sich.

20170303_132804_hdrObwohl die Kamera locker ihre 65 Jahre auf dem Buckel hat, ist sie einwandfrei in Schuss. Kein Rost oder verbogene Teile. Der Balg ist weich und lässt sich leicht bewegen. Auch geht das Objektiv problemlos wieder zu.

Für meinen ersten Test wähle ich einen schwarz-weiß-Film mit einer ASA von 200. Was ASA ist und wie man sie in ISO umrechnet, findet man hier: Kleine Fotoschule. Für den Monat März ist das durchaus mutig, aber ich dachte mir mit entsprechender Blenden- und Belichtungseinstellung wird das schon passen. Denn all das kann man an der Kamera einstellen.

Es ist ein recht grauer Tag heute, ich habe Landschaftsbilder mit den Einstellungen Blende 5,6 und Verschlusszeit 1/50 gemacht. Außerdem habe ich gelbe Tulpen Blende 8 und der gleichen Verschlusszeit fotografiert. Ich bin mal gespannt was dabei herum kommt.